Gesetzliche Rahmenbedingungen

 Gesetzliche Rahmenbedingungen/Förderung durch die öffentliche Hand

Bundesregierung, Bundesländer und zahlreiche Kommunen leisten durch Vorgaben und Fördermittel einen wesentlichen Beitrag zur Angebotsstruktur und Verbreitung altersgerechter Wohn- und Versorgungsmöglichkeiten in Deutschland. Sie gestalten auf diese Weise die Wohn- und Lebenssituation der Menschen im Alter mit. Dennoch wurden die verschiedenen Angebote bisher kaum systemisch erfasst und auf Bundesländerebene vergleichend dargestellt. Der mangelnde Überblick verhindert die Identifikation besonders erfolgreicher Handlungsansätze und eine Verbreitung der mit den jeweiligen Instrumenten und Fördermaßnahmen gewonnenen Erfahrungen. Das Kuratorium deutscher Altershilfe hat mit Beteiligung der Wüstenrot-Stiftung „Wohnatlas“ Rahmenbedingungen der Bundesländer zur Gestaltung altersgerechter Wohnmöglichkeiten erstellt, in dem die Aktivitäten der Bundesländer erfasst und dargestellt wurden.

 

Aufgabenstellung/Länder und Kommunen

Die Forderung an Länder und Kommunen ist, exakt auf die Verhältnisse, Lebensstile von Menschen im Alter einzugehen und angepasste, ortsnahe, barrierefreie sowie integrierte Angebote und Wohnformen zu entwickeln. Die Integration von Menschen im Alter in das gesellschaftliche Leben steht an. Ziel soll sein, altersverschwimmende, nahtlose, präventive und energieeffiziente Bauten, Wohnungen und Quartiere mitten unter uns entstehen zu lassen, um die Kosten für alle Beteiligten zu reduzieren. Barrierefreie Wohnungen alleine können Lebensumfeld und Lebensführung nicht sichern, sie müssen innerhalb der vorhandenen Infrastruktur entstehen. Die Wohnatmosphäre gibt zusätzlich einen wichtige Unterstützung. Die Biografie ist bunt, die Architektur passt sich an. Die Verbindung von Prävention, Technik, altersverschwimmenden und nahtlosen Gebäuden sichern die Zukunft von Leben und Bestand.

 

Ziel und Erkenntnis: Wohnkonzepte müssen in Zukunft noch mehr im Zusammenhang mit dem Ausbau einer das selbständige Wohnen unterstützenden Infra- und Versorgungsstruktur gedacht werden. Auf diesem Weg sind auch Mut, Kreativität, Durchhaltevermögen und die Durchsetzungskraft, sich über „vornehmlich Altes“ hinwegzusetzen, um neues zu unterstützen, gefragt. Pflege geht nach vorne, denkt quer und lernt von anderen Bereichen. Roboting in der Pflege ist angedacht, jedoch übernehmen Maschinen nicht jedes „nicht-emotionale“ Handeln. Unterstütztes, geschütztes, förderndes Leben ist ein gutes Ziel, jedoch menschenwürdig und nicht angsterregend.

 

Die demographische Entwicklung

Prognosen gehen davon aus, dass bundesweit die Zahl der Pflegebedürftigen von heute 2,5 Mio. Menschen auf 4,5 Mio. Menschen bis 2050 steigen wird, d.h. rund 2 Millionen Menschen mehr erwarten uns. Die Finanzierung der notwendigen Pflegeleistung für diese Personen wird zu einer enormen Belastung der öffentlichen Kassen führen. Die Pflegeversicherung soll bis auf 7 Prozent erhöht werden, wenn sich an den bestehenden Wohn- und Versorgungsformen nichts ändert (Blinkert, Gräf 2009 dt. Pflegeversicherung, Frankfurt).

Die Herausforderung besteht also nicht nur darin, kostengünstige Wohnformen zu schaffen, sondern verstärkt Wohnkonzepte, präventive Handlungskonzepte, Lebensstil- und Biografiekonzepte zu entwickeln, die es generell Menschen und unterstützungsbedürftigen Menschen allgemein und im Alter ermöglicht, lange gesund und mobil in dem vertrauten Wohnumfeld zu verbleiben und dadurch Kosten zu sparen. Das bedeutet:

a) Umdenken hin zum präventiven, nahtlosen, alterslosen Haus der Zukunft. Zukünftige Generationen von Kunden werden diese Ausdifferenzierung viel stärker nachfragen. Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer haben eine bunte Vielfalt von Lebensentwürfen verwirklicht.

b) Handlungskonzepte und Bauten, die die Selbstbestimmung von unterstützenden Menschen fördern und Hilfeleistungen durch präventive, quergedachte, neue Ansätze menschenwürdig erbringen. Der Einsatz innovativer Technik wird die Pflegenden entlasten.

 

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